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- Anfrage 23.11.2012 Emissionen "Russfabrik"-AW Drucken
russfab
 

In der Presse wurden aufgrund eines
Zwischenfalls in der „Rußfabrik“ von der
Problematik des Betriebs berichtet.
Dazu stellen sich uns folgende Fragen:

  1. Sind dem Magistrat Messwerte
    (Boden, Luft, Wasser) von
    Schadstoffen bekannt, deren
    Ursache auf die „Rußfabrik“ im
    Stadtteil Hainhausen
    zurückzuführen sind?
 

  1. Sind dem Magistrat Messwerte
    (Boden, Luft, Wasser) von
    Schadstoffen bekannt, deren
    Ursache auf die „Rußfabrik“ im
    Stadtteil Hainhausen
    zurückzuführen sind?

  2. Wenn ja, um welche Schadstoffwerte handelt es
    sich und in welchem Zusammenhang wurden diese
    Werte ermittelt?
  3. Wie schätzt der Magistrat diese Messwerte ein?
  4. Wurden im Rahmen der Grundwasseruntersuchungen
    des Wallersees Schadstoff-Ergebnisse erzielt,
    die direkt auf die „Rußfabrik“ zurückzuführen
    sind?
  5. Von der ansässigen Bevölkerung wird des öfteren
    von starken Geruchs- und Lärmemissionen
    (oft des nachts) berichtet. Inwieweit hat der
    Magistrat versucht Einfluss auf diese
    Belästigung zu nehmen und mit welchem Erfolg?

Antwort:

1.   Sind dem Magistrat Messwerte (Boden, Luft, Wasser)
von Schadstoffen bekannt, deren Ursache auf die
„Rußfabrik“ im Stadtteil Hainhausen zurückzuführen sind?

Hierzu wird inhaltlich auf die ausführliche Beantwortung
zu den Fragen 4. und 5. hingewiesen.

2.   Wenn ja, um welche Schadstoffwerte handelt es sich
und in welchem Zusammenhang wurden diese Werte ermittelt?

Hierzu wird inhaltlich auf die ausführliche Beantwortung
zu den Fragen 4. und 5. hingewiesen.

3.   Wie schätzt der Magistrat diese Messwerte ein?
Hierzu wird inhaltlich auf die ausführliche Beantwortung
zu den Fragen 4. und 5. hingewiesen.

4.   Wurden im Rahmen der Grundwasseruntersuchungen des
Wallersees Schadstoff-Ergebnisse erzielt, die direkt auf
die „Rußfabrik“ zurückzuführen sind?
Als Ergebnis der Grundwasseruntersuchungen im Rahmen der
Detailuntersuchungen der Altablagerung Wallersee im Jahr
2010 / 2011 wurden an einer Grundwassermessstelle im
Bereich der Deponie (ehemaliger Schrottplatz westlich des
Wallersees) hohe Belastungen des Grundwassers mit PAK
(polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen)
nachgewiesen. Die Ursache dieser Belastungen ist nicht
eindeutig zuzuordnen. In unmittelbarer Nähe der
Grundwassermessstelle wurde eine belastete Brandfläche
aufgefunden, die inzwischen abgedeckt ist. Auch die
westlich gelegene Rußfabrik, die seit 1996
Grundwassersanierungen auf und nahe ihres Fabrikgeländes
durchführt, wurde in Erwägung gezogen.Seit Mitte der
80 iger Jahre ist eine Belastung des Bodens bzw. des
Grundwassers auf bzw. unter dem Firmengelände der
Rußfabrik mit PAK bekannt. Schweröl und Schlackerückstände
waren über längere Zeit in den Boden gesickert. Der
verunreinigte Boden rund um das Tanklager, am Ofenhaus
und im Graben musste Ende der 80 iger Jahre ausgetauscht
werden. Die Sanierung des Grundwassers wird bis heute
von der Firma Brockhues betrieben.5.   Von der ansässigen
Bevölkerung wird des Öfteren von starken Geruchs- und
Lärmemissionen (oft des nachts) berichtet. Inwieweit hat
der Magistrat versucht Einfluss auf diese Belästigung zu
nehmen und mit welchem Erfolg?
Die bisherigen Beschwerden von Bürgern beziehen sich
überwiegend auf Geruchs- und vereinzelt auf
Rauchbelästigungen bzw. -emissionen, die vornehmlich an
den Vormittagen der Werktage wahrgenommen werden.
Aktuelle Beschwerden über Lärmemissionen liegen derzeit
keine vor. Die entgegengenommenen Meldungen bzw.
Bürgerbeschwerden werden unmittelbar direkt per Email und
telefonisch an die nach dem Bundesimmissionsschutzrecht
(BImSchG) für Großfeuerungsanlagen zuständige
Genehmigungs- und Überwachungsbehörde, nämlich dem
Regierungspräsidium Darmstadt (RP DA), weitergeleitet.
Das RP DA führt in diesem Fall als Überwachungsbehörde
entsprechende Prüfungen der Meldungen sowie bei Bedarf
auch regelmäßige Überprüfungen des Betriebes durch.
In der Regel entstehen die betrieblich bedingten
Geruchsemissionen beim Abschlackvorgang. Dieser
Betriebsvorgang wird üblicherweise vormittags an
Werktagen in der Zeit zwischen 9.00 Uhr und 11.00 Uhr
durchgeführt. Der Zeitpunkt dieser Vorgehensweise
wurde aufgrund von Anwohnereinwendungen in der
Genehmigung von 1998 festgelegt.  Die Genehmigung
wurde vom RP DA nach dem BImSchG erteilt.
Bei dem Entschlackungsvorgang entstehen
Geruchsemissionen, weil das Löschabgas ohne die
thermische Nachverbrennung (TNV) zu passieren über
einen 2. kleineren Schornstein in die Atmosphäre
abgeleitet wird, dem sogenannten Bypass-Verfahren.
Das Bypass-Verfahren wurde aufgrund der o.g.
Anwohnereinwendungen im Genehmigungsverfahren
festgelegt. Von der genehmigten Bypass-Betriebsdauer
von ca. 40 Minuten in 1998 ist dieser Zeitraum in den
letzten Jahren auf 2 Minuten verkürzt worden
(Abschlackungsprozess).
Zur Beurteilung der Geruchsbelästigungen zieht der
RP DA die Geruchsimmissions-Richtlinie heran, wobei
die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass sich die
„Geruchseindrücke“ im rechtlich erlaubten Rahmen
bewegen und die Firma Brockhues die entsprechenden
Grenzwerte hierzu eingehalten hat.
Die Bewertung der gasförmigen Emissionen wird alle
drei Jahre anhand von Emissionsmessungen an den
Schornsteinen durch den RP DA veranlasst. Laut
Auskunft des RP DA zeigen die letzten Messungen in
2011, dass die geltenden Grenzwerte für die
relevanten Luftschadstoffe eingehalten wurden (auch
beim Abschlacken bzw. Bypass-Verfahren).
Beispielsweise liegen die Werte für Benzopyren unter
der Nachweisgrenze. Die Abgasuntersuchungen
(Luftreinhaltung) sind vom Hessischen Landesamt für
Umwelt und Geologie durchgeführt worden. Von einer
Gesundheitsgefahr für die Anwohner geht der RP DA
nicht aus.
Für den RP DA eröffneten sich bisher aufgrund der
vorliegenden Ermittlungsergebnisse (Einhaltung der
Grenz- u. Richtwerte) keine verwaltungsrechtlichen
Handlungsmöglichkeiten. Die Anlage, die dem Stand
der Technik entspricht, wird regelmäßig durch den
RP DA auf den ordnungsgemäßen Betrieb hin überprüft.
Aufgrund aktueller Beschwerden und des
"Brandereignisses der Rußfabrik" am 9.11.2012, gab
es ein verwaltungsinternes Gespräch mit dem RP DA
sowie eine sich anschließende Ortsbesichtigung des
Betriebes am 20.11.2012.
In diesem Gespräch wurde der RP DA darum gebeten,
zusammen mit dem Hessischen Landesamt für Umwelt
und Geologie (HLUG) zu prüfen, ob ein mögliches
dauerhaftes, unabhängiges Luftmessnetz mit zwei
Messstationen zur Überwachung der Lufthygiene und
– reinhaltung der Firma Brockhues fachtechnisch
sinnvoll und „vor Ort“ umsetzbar ist.
Weiterhin wurde seitens der Stadt Rodgau angeregt,
dass der RP DA im Rahmen seiner
genehmigungsrechtlichen Möglichkeiten prüft, ob
eine dem gegenwärtigen Stand der Technik modernere
Absaug- und Filtertechnik, insbesondere bei dem Bypass
(2. Schornstein), eingebaut werden kann, damit
zukünftig – insbesondere bei den
Abschlackungsprozessen - keine Geruchs-  und
„Feinruß“-emissionen mehr entstehen.
Hierzu wird die Mitteilung der Prüfergebnisse des
RP DA und des HLUG in absehbarer Zeit erwartet.

Jürgen Hoffmann

Bürgermeister